15. Dresdner Abwassertagung (DAT)
26./27. März 2013, MARITIM Internationales Congress Center Dresden
Das Gesamtpaket überzeugte
Ein neuer Teilnahmerekord, Dresdens Barockkulisse und hochkarätige Referenten — das sind die Zutaten für eine gelungene Fachveranstaltung. Die Dresdner Abwassertagung festigt ihre Position als wichtiger Branchentreff Deutschlands. 440 Wasser- und Abwasserexperten versammelten sich am 26. und 27. März 2013 im MARITIM Internationales Congress Center Dresden (ICC). Diesmal gab es ein Jubiläum zu feiern: Der Treff fand bereits zum 15. Mal statt. Insbesondere die Aussteller der 80 teilnehmenden Industrie- und Dienstleistungsunternehmen zeigten sich sehr zufrieden. „Die Gänge waren in den langen Pausen immer gut besucht. Die Zusammensetzung der Kongressteilnehmer entsprach dabei voll und ganz unseren Erwartungen. Wir unterhielten uns mit zahlreichen Entscheidern der Ver- und Entsorgungswirtschaft", sagte Reinhard Böttner von HOBAS Rohre GmbH, „wir sind 2014 auf jeden Fall wieder dabei.“
Den Auftakt bildete am Dienstag, dem 26. März 2013, die Eröffnung der Industrieausstellung im ICC. Johannes Pohl, Technischer Geschäftsführer der Stadtentwässerung Dresden, begrüßte rund 150 Gäste. Nach den offiziellen Worten ließ es Magic Andy krachen. Der selbsternannte Science Comedian brachte Wasser zum Singen und zauberte ein Maß Bier herbei. Höhepunkt war der ohrenbetäubende Knall, bei dem zwei wassergefüllte Metallkugeln unter dem Einfluss von flüssigem Stickstoff barsten.
Der traditionelle Erfahrungsaustausch am Vorabend kehrte zurück in die Tonne unter den Dresdner Festungsmauern. Die 200 Stühle im Gewölbe des ehemaligen Studentenklubs Bärenzwinger waren bis auf den letzten Platz belegt. So gemütlich wie die Sitzordnung wurde der gesamte Abend. Peter Till, einziges Ensemblemitglied des Universal Druckluftorchesters, webte seinen Klangteppich und Zauberer Mario Wilson fand dankbare „Opfer“ für seine Kunststückchen. Typisch sächsische Tafelfreuden vom Kräutersüppchen über Wildschweinbraten bis zur Eispyramide bildeten die solide Basis für Bier, Wein und gute Gespräche.
Am Mittwoch, dem 27. März 2013, eröffnete Gunda Röstel, Kaufmännische Geschäftsführerin der Stadtentwässerung Dresden, die 15. Dresdner Abwassertagung (DAT). Die Grußworte der Landeshauptstadt Dresden überbrachte Bürgermeister Detlef Sittel, Beigeordneter für Ordnung und Sicherheit. Er freute sich über die starke überregionale Resonanz der DAT.
Den ersten Fachvortrag im Themenblock Zwänge und Chancen zur Veränderung hielt Rainer Zieschank, Chef der DREWAG, Dresdner Stadtwerke GmbH. Sein Beitrag zur Energiewende aus Sicht eines Energieversorgungsunternehmens kam bei den Teilnehmern sehr gut an. Mit klaren Worten brandmarkte er Reglungswut und Kostentreiber am Strommarkt – seine pointierte Zusammenfassung lautete: Planwirtschaft ohne Plan.
Prof. Dr. Peter Krebs von der Technischen Universität Dresden berichtete über das Projekt REGKLAM (Regionales Klimaanpassungsmanagement) am Beispiel des Moduls Wassersysteme. So besteht eine Methode darin, mit dem zunehmenden hydraulischen Stress in Kanalnetzen umzugehen, das Wasser an geeigneten Punkten gezielt austreten zu lassen.
Prof. Dr. Joachim Hansen von der Universität Luxemburg verglich die Schlammfaulung mit der aeroben Stabilisierung. Bereits heute lohne sich eine Faulungsanlage bei Kläranlagen ab 20.000 Einwohnerwerten (EW). Seine Prognose: Zunehmende Kosten für Energie und Schlammentsorgung führen zu einer Verschiebung der Wirtschaftlichkeitsgrenze in Richtung 10.000 EW.
Das Programm am Nachmittag bot Lösungen aus der Praxis für die Praxis. Dr. Ulrich Meyer, Technischer Geschäftsführer, berichtete über die Investitionsstrategie der Kommunalen Wasserwerke Leipzigs, mit denen die KWL innerhalb der nächsten 10 bis 15 Jahre den Aufholprozess im Kanalnetz der Messestadt meistern will. Etwa 21 Millionen Euro müssen dafür jährlich aufgebracht werden.
Den vielen Inspirationen des Tages setzte Renè Borbonus noch eins drauf. Sein Appell an alle Redner: Du sollst nicht langweilen! Dass Renè Borbonus kein Theoretiker ist, bewies er mit seinem viel beachteten und belachten Beitrag über die Kunst der Rhetorik.
Johannes Pohl entließ die Fachbesucher mit vielen neuen Eindrücken und interessanten Kontakten in den Feierabend und verabschiedete sich bis zur 16. Dresdner Abwassertagung im März 2014.